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Die Unsichtbare Revolution: Wie AR-Brillen Endlich Den Durchbruch Schaffen

ar glasses

Haben Sie schon einmal echte AR-Brillen ausprobiert?

Ich meine nicht „Smartbrillen“, die nur Musik abspielen oder Anrufe entgegennehmen (wie die Ray-Ban Meta oder Xiaomi-Brillen), noch schwere Headsets wie die Meta Quest oder Apple Vision Pro. Ich spreche von jenen „Brillen der Zukunft“, die wie normale Brillen aussehen, aber Informationen auf die Gläser projizieren können.

Diese Technologie, bislang nur Traum von Sci-Fi-Filmen und Forschungslabors, ist mittlerweile ein Schlachtfeld für alle großen Tech-Unternehmen. Meta, Apple und Google experimentieren heimlich an neuen Geräten und sehen darin das nächste bahnbrechende Produkt, das das Smartphone ablösen könnte.

Wenn AR-Brillen bisher noch vergleichsweise unausgereift waren und viele Einschränkungen beim Nutzererlebnis hatten, dann wird sich diese Branche ab der zweiten Jahreshälfte bis ins nächste Jahr hinein rasant weiterentwickeln. Wir werden zahlreiche praktischere und realisierbare Lösungen als echte Produkte sehen.

Meta: Ein Periskop im Brillenglas

Meta stellte vor einem Monat seine ersten AR-Brillen mit Displayfunktion vor – die Ray-Ban Display – und erregte großes Interesse. Sie sind derzeit die am besten optimierte Bauform und besitzen die fortschrittlichste AR-Brillentechnologie. Nutzer bestätigen meist, dass die Zukunft endlich angekommen ist.

Diese Brille hat eine bedeutende Innovation: Wenn das Display aktiviert ist, gibt es buchstäblich keine sichtbaren Spiegelungen oder Lichtreflexe von außen – genau wie bei normalen Brillen. Das unterscheidet sie von anderen bisherigen AR-Brillen.

Die Technik-Analysefirma iFixit hat den Trick dahinter entdeckt. Es handelt sich um einen Wettstreit zwischen zwei grundsätzlichen technischen Wegen:

Der Mainstream-Weg (diffraktiver Lichtleiter): Hier werden Millionen winziger Kanäle mit Nanotechnologie in das Glas „geätzt“, über die das Licht geleitet wird und schließlich ins Auge gelangt. Allerdings kann Licht leicht „wandern“ und bei der komplexen Führung entweichen, wodurch das Glas außen leuchtet.

Metas eingehender Weg (geometrischer Lichtleiter): Hier funktioniert das Prinzip wie ein „Periskop“. Eine Reihe mikroskopischer Prismen und Spiegel am Rand des Glases reflektiert das Licht des Projektors direkt ins Auge, ähnlich einem Staffelstab-Übergabe. Da der Lichtweg direkter und einfacher ist, gibt es kaum Lichtverlust.

Kein Lichtverlust ist beeindruckend. Es löst ein grundlegendes soziales Problem von AR-Brillen: Wenn jemand mit Ihnen spricht und Licht auf Ihren Gläsern reflektiert wird, stört das den normalen Blickkontakt. Deshalb hat Apple für die Vision Pro die Augen des Nutzers sichtbar gemacht.

Apples Strategie: Erst eine Apple Watch, kein iPhone

Im Bereich Ökosystem und Software verfolgt Apple einen anderen Ansatz.

Aufgrund der sehr kleinen Baugröße und begrenzten Fähigkeiten der Brillen ist es schwierig, ein vollwertiges Betriebssystem wie bei einem Smartphone zu integrieren. Apples clevere Lösung: Die ersten AR-Brillen ersetzen nicht das iPhone, sondern fungieren eher wie eine Apple Watch – ein starker Assistent für iPhone und Mac.

Im Zusammenspiel mit dem iPhone zeigen die Brillen eine abgespeckte Benutzeroberfläche, die von der Rechenleistung des Telefons profitiert. Im Zusammenspiel mit einem MacBook könnte ein vollumfängliches visionOS-Erlebnis möglich sein.

Das ist typisch Apple: Die eigenen Hardwarevorteile perfekt nutzen. Stellen Sie sich vor, Sie sehen Navigation, ohne das Handy aus der Tasche zu holen, oder 3D-Modelle schweben direkt vor Ihren Augen während der Arbeit. Das ist bahnbrechend.

Natürlich muss Apple auch die Latenz der kabellosen Verbindung meistern. Nach altem Apple-Muster wird es vermutlich eine exklusive Verbindungslösung für die Brille geben, ähnlich wie bei den AirPods, die mit proprietären Chips ausgestattet sind – ein typischer „Nur Apple kann das“-Zug.

Weitere Herausforderungen meistern

Neben Display und Ökosystem arbeiten Hersteller bereits an anderen Schwachstellen von AR-Brillen:

Akkulaufzeit: Einige Firmen (wie Quark) setzen auf austauschbare Akkus. Die Bügelenden dienen als Batterien und können bei Leerstand einfach abgezogen und gegen neue ausgetauscht werden – ähnlich wie bei einem Stiftminenwechsel. Das ermöglicht effektiv eine ganztägige Nutzung, ein sehr praktischer Lösungsansatz vor Durchbrüchen bei der Akkutechnik.

Flexibilität bei Sehstärken: Nutzer mit Kurzsichtigkeit benötigen meist speziell angepasste Gläser, was umständlich ist. Einige Hersteller (wie XREAL) probieren eine einfachere Lösung: eine transparente Klebefolie auf dem Glas, die Rezepturanpassungen ermöglicht und das Handling deutlich erleichtert.

AR-Brillen erreichen die Marktreife

Die meisten der genannten Technologien sind vielleicht nicht die endgültig optimalen Lösungen, aber solange es technische Grenzen gibt, sind sie die genialsten und praktikabelsten Ansätze.

Ein Blick zurück zeigt: Jede neue Gerätegeneration hat ähnliche Herausforderungen durchlaufen – Smartphones hatten anfänglich Probleme mit Akku und unzuverlässigen Touchscreens, Smartwatches wurden zunächst als Spielerei belächelt.

Anstatt im Labor als Idealvision zu verbleiben, kommen inzwischen tatsächlich nutzbare AR-Brillen auf den Markt – sie entwickeln sich von einem Nischenprodukt zu einem ernstzunehmenden, ausgereiften Konzept. Wenn man einen Vergleich ziehen möchte: AR-Smartbrillen befinden sich derzeit am Wendepunkt vom Featurephone zum frühen Smartphone. Ihr „iPhone-Moment“ steht bevor.

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