Ray‑Ban Meta Gen 2 im Test: Wenn Stil auf KI‑Smartbrille trifft

Stylisch und praktisch: Die Ray‑Ban Meta Gen 2 liefert guten Sound, freihändiges Aufnehmen und erste KI‑Funktionen – doch Funktionalität und Verfügbarkeit haben klare Grenzen.

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Ray-Ban Meta 2. Generation KI-Smartbrille

Smartglasses werden seit über einem Jahrzehnt gehypt, doch viele Prototypen wirkten zu klobig, zu nerdig oder schlicht nicht alltagstauglich. 2025 bringen Ray‑Ban und Meta ihre Zusammenarbeit in der zweiten Generation zurück und versprechen ein schlankes, alltagstaugliches Design mit Audio-, Kamera- und KI‑Funktionen – ohne dabei den Look zu opfern.

Als Mix aus Mode und Technik positioniert, will die Ray‑Ban Meta 2. Generation Smart Eyewear massentauglich machen. Bietet sie wirklich spürbaren Mehrwert im Alltag oder bleibt sie mehr Konzept als nützliches Produkt? Wir haben die Brille im täglichen Einsatz geprüft, um zu zeigen, wo sie überzeugt und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Design & Verarbeitung: Klassische Ray‑Ban‑Ästhetik mit verbessertem Tragekomfort

Ray-Ban Meta glasses

Die Ray‑Ban Meta 2. Generation bleibt dem zeitlosen Ray‑Ban‑Look treu und versteckt die Technik in Fassungen, die einer normalen Brille sehr ähneln. Mit rund 50 g ist sie leichter als die erste Generation und liegt angenehm auf der Nase – ein guter Kompromiss zwischen Technik und klassischer Optik.

Auf den ersten Blick werden viele kaum die Kamera, Lautsprecher oder Mikrofone erkennen. Das Design schreit nicht „Smartglass“ – und das ist Absicht. Allerdings könnte die Verarbeitung feiner sein: Nutzer berichten von leichten Asymmetrien an den Scharnieren, rauen Kanten am Kunststoff und einem glänzenden Finish, das anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer ist.

Auch wenn es schlankere Modelle gibt, trägt sich die Brille insgesamt komfortabel und zählt zu den angenehmsten Smartglasses, die man den ganzen Tag tragen kann.

KI‑Funktionen: Ambitioniert, aber regional begrenzt

meta ai glasses

Die Brille basiert auf Qualcomms Snapdragon AR1 Gen1 und bietet lokale KI‑Unterstützung für grundsätzliche Befehle wie Fotos aufnehmen oder Musik starten. Komplexere Features – etwa Objekterkennung oder kontextuelle Fragen – laufen über Metas cloudbasierte KI in der Meta View App.

Der Haken: Umfangreiche KI‑Funktionen sind aktuell nur in den USA und Kanada freigeschaltet. Nutzer außerhalb dieser Regionen landen zunächst auf Wartelisten und haben keinen vollständigen Zugriff, was den praktischen Nutzen einschränkt.

Selbst berechtigte Nutzer berichten von inkonsistenten Antworten. Die Brille erkennt Objekte und bietet Interaktionen, doch die Genauigkeit lässt insbesondere bei Tieren oder komplexen Szenen zu wünschen übrig. Es ist eine vielversprechende Vorschau auf künftige Möglichkeiten, aber noch kein verlässliches Produktivitätstool.

Kamera: Praktisch für Ich‑Perspektiven, aber keine Profi‑Qualität

Die 12‑Megapixel‑Kamera nimmt in 1080p/30fps auf und liefert eine Bildqualität, die eher mit Mittelklasse‑Smartphones vergleichbar ist. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse brauchbar, bei wenig Licht oder schnellen Bewegungen leidet die Qualität jedoch schnell.

  • Vorteile: Freihändiges, schnelles Erfassen per Tipp oder Sprachbefehl
  • Nachteile: Kein Sucher oder Vorschau, kein Zoom, eingeschränkter Dynamikumfang

Für professionelle Aufnahmen oder Vlogging ist die Kamera nicht gedacht. Sie ist jedoch ideal, um spontane Momente festzuhalten. Die Videostabilisierung arbeitet überraschend gut und glättet leichte Bewegungen – eher ein Tool zum Dokumentieren des Alltags als ein ernsthaftes Content‑Creation‑Device.

Audio & Anrufe: Gute Leistung, auch in lauten Umgebungen

meta ai glasses

Beim Audio punktet die Meta 2. Generation: Das Open‑Ear‑Lautsprecherdesign liefert klaren, kräftigen Klang mit überraschend vollem Bass. Die Brille ist bequem für längere Hörsessions und eine sichere Alternative zu In‑Ear‑Kopfhörern.

Das 5‑Mikrofon‑Array erfasst die Stimme selbst in lauten Umgebungen – U‑Bahn, Straßenlärm oder windige Fahrten inklusive – recht präzise.

Sound‑Leakage ist gut kontrolliert: Bei etwa 50 % Lautstärke ist der Ton nur in geringer Entfernung wahrnehmbar, sodass die Brille diskret für Podcasts, Musik und Anrufe genutzt werden kann. Die Bluetooth‑Verbindung bleibt auf Telefonen und Laptops stabil.

Komfort & Passform: Unterschiedliche Erfahrungen je nach Gesichtsform

Die Brille wird in mehreren Größen angeboten, doch die Passform passt nicht jedem gleich gut. Mittlere Fassungen können drücken, größere Modelle neigen bei manchen Gesichtern zum Verrutschen. Das feste Nasenpolster‑Design ist für niedrigere Nasenrücken – wie sie bei vielen asiatischen Nutzerinnen und Nutzern verbreitet sind – weniger ideal und kann zu Unbehagen führen.

Ray‑Ban sollte künftig anpassbare Nasenpolster oder regionale Passformoptionen anbieten. Wer hohen Wert auf Komfort legt, sollte die Brille vor dem Kauf im Laden testen.

Bedienung & Akku: Solide Software, begrenzte Laufzeit

Grundfunktionen wie Fotoaufnahme, Musikwiedergabe und Medienabgleich sind durchdacht. Die Meta View App überträgt Mediendateien automatisch aufs Telefon, sodass man nicht manuell hochladen muss – das verbessert die Nutzerfreundlichkeit deutlich.

Allerdings sind Softwarefunktionen und Zugriff regional limitiert. Die App ist derzeit nur in Englisch verfügbar und in wichtigen Märkten wie China nicht freigeschaltet.

Die Akkulaufzeit ist eine der größten Einschränkungen: Durchgehende Videoaufnahmen leeren den Akku in unter einer Stunde, bei gemischter Nutzung sind 3–4 Stunden realistisch. Zwar bietet das Case schnelles Aufladen, doch unterwegs während der Nutzung laden zu können, ist nicht möglich.

Auf Android treten weiterhin Kompatibilitätsprobleme auf: Manche Geräte haben eingeschränkte Bluetooth‑Audiofunktionen oder unzuverlässigen KI‑Zugriff.

Fazit: Ein modischer Schritt nach vorn, aber KI‑Wearables noch im Anfangsstadium

Die Ray‑Ban Meta 2. Generation ist wohl die tragbarste Smartglass, die es bislang gibt. Sie trifft den Modestil und liefert solide Leistung bei Audio sowie bei gelegentlichen Foto‑ und Videoaufnahmen. Die KI‑Funktionalität ist jedoch geografisch eingeschränkt, und Kamera sowie Akku erfüllen keine professionellen Ansprüche.

Als stylisches Lifestyle‑Accessoire mit ein paar smarten Extras ist die Brille empfehlenswert. Als vollwertiger KI‑Assistent oder ernsthaftes Content‑Creation‑Werkzeug ist sie aber noch nicht geeignet.

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